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FITNESS-SCHEUNE

Home Gym ohne Ärger: Schallschutz in der Mietwohnung

Das häufigste Ende eines Home Gyms in der Mietwohnung ist nicht Motivationsverlust, sondern der Nachbar unter einem. Das Problem ist meistens lösbar — aber nur, wenn man die richtige Art von Lärm bekämpft.

Körperschall ist das Problem, nicht Luftschall

Luftschall ist das, was man hört: das Rauschen eines Luftrads, Musik, Atmung. Er bleibt weitgehend im Raum.

Körperschall ist das, was der Nachbar hört: Erschütterungen, die über Boden und Wände in die Bausubstanz laufen. Ein abgesetztes Gewicht, der Aufprall beim Laufen, die Vibration einer Platte — all das wandert praktisch ungedämpft durch eine Betondecke.

Alle wirksamen Maßnahmen setzen deshalb am Boden an, nicht an der Lautstärke.

Der Aufbau, der funktioniert

Wirksam ist ein mehrschichtiger Aufbau: eine schwere Gummimatte auf dem Boden, darüber eine dämpfende Schicht, darauf das Gerät. Einzelne dünne Yogamatten bringen dagegen wenig — sie dämpfen den Trittschall im Raum, nicht die Einleitung in die Decke.

Für Hanteln gilt: nicht fallen lassen. Das klingt banal, ist aber der größte Einzelfaktor. Wer Kreuzheben mit schweren Gewichten macht, braucht entweder eine Fallmatte oder eine andere Übung.

  • Laufband: Anti-Vibrationsmatte, mindestens 6 mm, unter der gesamten Grundfläche
  • Vibrationsplatte: dickere Dämmmatte — hier ist die Übertragung am direktesten
  • Rudergerät: Matte unter der gesamten Schiene, nicht nur unter den Füßen
  • Hanteln: Gummimatte im Ablagebereich, Gewichte kontrolliert absetzen
  • Springseil: die lauteste aller Heimübungen — im Obergeschoss praktisch nicht darstellbar

Geräte, die im Mehrfamilienhaus unproblematisch sind

Magnetische Rudergeräte wie das MERACH mit 16 Stufen, Heimtrainer wie der Tretmann und Crosstrainer wie der Dripex erzeugen kaum Körperschall, weil nichts aufprallt. Kurzhanteltraining mit kontrolliertem Absetzen ebenfalls. Bänder und Pilates-Zubehör sind praktisch geräuschlos.

Kritisch sind Laufbänder, Vibrationsplatten, Springseil und alles, was mit Absetzen schwerer Gewichte zu tun hat.

Zeiten und Absprachen

Die üblichen Ruhezeiten — nachts sowie mittags, je nach Hausordnung — gelten auch fürs Training. Bemerkenswert oft löst ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn mehr als jede Matte: Wer weiß, woher das Geräusch kommt und dass es um 20 Uhr endet, beschwert sich seltener.

Häufige Fragen

Reicht eine Yogamatte unter dem Laufband?

Nein. Yogamatten sind zu weich und zu dünn, sie dämpfen den Schall im Raum, aber nicht die Einleitung in die Decke. Nötig ist eine schwere Gummi- oder Anti-Vibrationsmatte.

Welches Ausdauergerät ist für Wohnungen am leisesten?

Ein magnetisches Rudergerät oder ein Heimtrainer mit Magnetbremse. Beide haben keinen Aufprall und keine schleifenden Teile — das hörbarste Geräusch ist die Sitzrolle. Am anderen Ende steht das Springseil: im Obergeschoss praktisch nicht darstellbar.

Darf mir der Vermieter Training in der Wohnung verbieten?

Übliche Wohnnutzung ist erlaubt, und dazu gehört Sport. Grenzen ergeben sich aus Ruhezeiten und aus der Statik: Ein voll ausgestattetes Kraftgerät auf einer Holzbalkendecke ist etwas anderes als ein Heimtrainer. Im Zweifel vorher fragen.

Dieser Ratgeber beruht auf Bauartunterschieden, Herstellerangaben und allgemein anerkannten Trainingsprinzipien. Wir führen keine eigenen Produktprüfungen durch und geben keine Testurteile ab. Bei gesundheitlichen Fragen ersetzt er keine ärztliche Beratung.

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